Jugendstil

Zum Ende des 19. Jahrhunderts formierte sich in fast allen westeuropäischen Ländern eine neue künstlerische Entwicklung, die sich aus botanischen und auch fernöstlichen Vorlagen speiste: geschwungene Linien und wellige Kurvenzug waren das formale Leitmotiv.

Als konkretes Ziel der damaligen Künstler sollten Alltag und Kunst zu einem Gesamtkunstwerk entwickelt werden – ein radikaler Bruch mit den herrschenden Konventionen.

In Deutschland vertrat die Zeitschrift „Jugend“ (daher die zunächst spöttische Namensgebung „Jugend“-Stil!) diese neue Stilrichtung.

Vor allem die „Sieben der Darmstädter Mathildenhöhe“ – eine vom Hessischen Großherzog Ernst Ludwig auch zur Förderung der heimischen Industrie initiierte Institution – prägten den Jugendstil bei uns. Als erster wurde der damals in Paris recht erfolgreiche Hans Christiansen berufen; es folgten Peter Behrens und Joseph Maria Olbrich. Sie transformierten den Jugendstil in den großbürgerlichen Alltag – von Architektur und Wohneinrichtungen bis zu Dingen des täglichen Gebrauchs.

„Jugendstil“ galt bis weit in das 20. Jahrhundert eher als dekorative Stilrichtung für kunsthandwerkliche Produkte; erst seit den 60iger Jahren hat sich diese kunsthistorische Sicht verändert. Der Jugendstil war eine abendländische Bewegung, ein letzter Ornamentstil und hat bis in die Gegenwart alle Gebiete des künstlerischen Schaffens beeinflusst. Der Maler Hans Christiansen ist hierfür das eindrucksvolle Beispiel.

Hans Christiansen

Hans Christiansen (1866–1945) gilt heute als der führende Wegweiser und Protagonist des Jugendstils in Deutschland. Er hat Malerei, dazu Druck- und Plakatkunst mit der Wende zum 20. Jahrhundert bis in dessen dreißiger Jahre, ja letztlich bis heute beeinflusst. Dies gilt vor allem auch für sein kunsthandwerkliches Wirken bei Möbeln, Keramiken, Textilkunst, Lampen, Kunstverglasungen und anderen Objekten des bürgerlichen Alltags. Es ist deshalb erstaunlich, dass sein Gesamtwerk als „Universalkünstler des Jugendstils“ bis heute zwar in Fachkreisen, jedoch kaum mehr einem breiteren Publikum bekannt ist. Die aktuelle große Retrospektive 2014–2016 zu Hans Christiansen in den Jugendstilzentren Darmstadt, München, Berlin und Flensburg wird sein Werk und seinen Namen zweifellos wieder populärer machen.

Die Stiftung

Die Sammlung Kirsch entstand in über dreißigjähriger Begeisterung der Eheleute Barbara und Jens Kirsch. Zunächst eingefangen von der Monotypie „Frühlingswald“ und dem Bild einer unbekannten „Dame mit roter Kappe“ ließen sich beide zunehmend faszi­nieren von der chromatischen Intensität der Porträts und der glühenden Farbigkeit seiner Land­schaftsbilder – nicht selten expressionis­tisch gesteigert. Mit über 80 Gemälden und Graphiken, dazu allen 64 Druckgraphiken für die Zeitschrift „Jugend“ sowie Plakaten und Postkarten gilt sie heute als umfangreichste Privatsammlung von Hans Christiansens Bildwerken. Um ihre Sammlung auch zukünftig als Ganzes zu erhalten, hat die Familie Kirsch sie 2012 in eine Stiftung eingebracht. Darüber hinaus möchte diese Stiftung das Werk Hans Christiansens

— der Öffentlichkeit präsentieren und so
— den Maler und sein Werk wieder populär machen,
— seine kunsthistorische Bedeutung intensiver verdeutlichen und
— die heutige Sammlung durch Neuerwerbungen zu einer künstlerischen und kunsthandwerklichen Gesamtschau des Künstlers erweitern.

Hierzu bedarf die – als gemeinnützig anerkannte – Stiftung weiterer finanzieller Unterstützung! Die Stiftung wird geleitet vom ehrenamtlichen Vorstand (zur Zeit Dr. Jens J. Kirsch) und einem vierköpfigen Kuratorium. Ein persönlicher Besuch der Sammlung kann mit dem Vorstand vereinbart werden.

Kooperationen und Ausstellungen

Die Sammlung Kirsch – als umfangreichste Privatsammlung von Werken des Hans Christiansen – kooperiert mit anderen Kunstmuseen, die sich speziell dem Jugendstil widmen. Dauerleihgaben befinden sich im Hans Christiansen-Haus des Museumsberg Flensburg.

Folgende Ausstellungen wurden mit zahlreichen Leihgaben unterstützt:

„Private Passion“
Kunsthalle Mannheim (27.11.2011 – 26.02.2012)

„Hans Christiansen – die Retrospektive“
Museum Mathildenhöhe Darmstadt (12.10.2014 – 01.02.2015)
Bröhan – Museum Berlin (19.2.2015 – 24.5.2015)
Museum Villa Stuck München (18.6.2015 – 20.09.2015)
Museumsberg Flensburg (11.10.2015 – 17.01.2016)

„Der Feine Schimmer“
Kunsthalle Mannheim (25.09.2015 – 17.01.2016)

Aktuelles

Kuratorium ab 18. November 2017:
Barbara Kirsch, Mannheim
Axel K. Kirsch, Dortmund
Dr. Jan Kirsch, Ilvesheim
Carolin Kirsch, Köln
Katharina M. Kirsch, München
Anna-Sofia U. Kirsch, Mainz

Vorsitzender des Kuratoriums ab 1. Januar 2018:
Axel K. Kirsch, Dortmund

Neuerwerbungen der Stiftung in 2017:
6 Original Postkarten „Künstlerkolonie Darmstadt“ 1901
lithographierte Künstlerpostkarte „Frauenkopf“ 1901
Weinglas: Entwurf: Hans Christiansen
 Hersteller: Egon v. Pochinger, Theresienthal 1904
Farblithographie „Laubbäume im Herbst“
5 Dessertteller: Entwurf: Hans Christiansen
 Hersteller: Gebr. Bauscher, Weiden 1900/01
Schürze: Stoffentwurf Hans Christiansen
 Ausführung Stoff: Marx & Kleinberger, FFM 1906, Schürze: Herta Christiansen

*im Werkverzeichnis Zimmermann-Degen aufgeführt

Unterstützer werden

Ich bestelle den Katalog „Hans Christiansen – ein Universalkünstler des Jugendstils“ und überweise vorab 10,00 Euro auf das untenstehende Konto der Stiftung.

Ich unterstütze die gemeinnützige Stiftung „Sammlung Kirsch“ mit einer Spende auf das Konto:

Stiftung Sammlung Kirsch
IBAN: DE26 5142 0300 6005 2078 00
BIC: BAERDEF1XXX
Bank Julius Bär Europe AG

Ich bitte um eine Spendenbescheinung

 

Kontakt

 

Sammlung Kirsch
Gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts
Bassermannstraße 36
68165 Mannheim
Telefon 0621 418 404
Fax 0621 418 55 34
www.sammlung-kirsch.de
info@sammlung-kirsch.de

SAMMLUNG KIRSCH
Stiftung bürgerlichen Rechts
Hans Christiansen (1866 –1945)
Universalkünstler des Jugendstils und mehr